„Durchatmen im Bergwinkel“ als Slogan – WITO meets WAM

Wo Kultur auf Natur trifft

Wirtschaft am Markt-Projektteam stellt Konzept für ein „Durchatmen im Bergwinkel” vor – Projektpartner WITO Schlüchtern zeigt sich begeistert

„Ihr habt Großes geleistet und heute gut 20 Berufe repräsentiert. Berufe, die euch in der Zukunft weiterbringen werden. Nun ist es unsere Aufgabe als Kunden, das hier vorgestellte Konzept in den Städten weiterzukommunizieren”, sagte Gerd Neumann, für Kultur und Tourismus zuständiges Vorstandsmitglied des Schlüchterner Vereins für Wirtschaft und Tourismus e. V. (WITO), der im Schuljahr 2021/22 Partner des Wirtschaft am Markt-Projektteams der Kinzig-Schule war, anlässlich der Abschlusspräsentation der Projektergebnisse. Gerd Neumanns Urteil dürfte Gewicht haben: Der Lokalpolitiker und Grafikdesigner bekleidete lange Zeit in Frankfurter Medienagenturen Führungspositionen.

Wirtschaft am Markt – Schüler als Berater ist ein Projekt des Beruflichen Gymnasiums, in dessen Rahmen Schülerinnen und Schüler seit über 20 Jahren mit Fragestellungen und Problemen reeller Unternehmen konfrontiert werden und für diese Lösungsansätze entwickeln. Dies mündet in einer Präsentation für die Öffentlichkeit und einer umfangreichen schriftlichen Dokumentation der Ergebnisse. Die Projektteilnehmer können darüber hinaus die Ergebnisse als Besondere Lernleistung ins Abitur einbringen.

Den Stellenwert des Bergwinkels zu erkunden lautete die erste Aufgabe für die 15 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums – hier griffen sie auf die altbewährte Methode zurück, eine Umfrage im Kreise der Bevölkerung durchzuführen. 100 Befragte stellten sich zur Verfügung und wiesen auf die Schwächen bei der Vermarktung des Bergwinkels hin. Aber auch Schlüsselbegriffe wie Familie, Ruhe, Grün, Lebenswert lieferten gleich wertvolle Impulse für das Projektteam.

Die nächste Etappe stellte die der Ideenfindung dar, was das Entwerfen einer Story und eines Slogans (Durchatmen im Bergwinkel – wo Kultur auf Natur trifft) sowie die Planung von konkreten Marketingaktionen wie das Aufstellen einer Holzkamera (Interaktiver Fotohotspot) in Sinntal, den Entwurf einer Bunten Wand in Schlüchtern (durch Künstler wie den Schlüchterner Lars Tae-Zun Kempel gestaltet) oder die Konzipierung eines Märchenwanderweges (mit Stationen, die mit QR-Codes versehen sind) in Steinau bedeutete. Im Sinne eines Erlebnismarketings wolle man dadurch „unvergessliche Momente schaffen”. Unterstützt werden sollen die Marketingaktionen durch Flyer und Postkarten, bei denen die Bereiche Natur, Kultur, Gastronomie und Erlebnis jeweils eine eigene Farbe besitzen. Aber nicht nur offline soll der Bergwinkel beworben werden, sondern auch online: Hierzu wurde eine Webseite mit Newsfeed, einer Google My Map-basierten digitalen Karte und einem 3D-Logo aufgebaut, die gleichzeitig mit dem Instagram-Auftritt der Initiative verknüpft wurde: Hier bediente sich das Projektteam Möglichkeiten, die dieses soziale Netzwerk bietet: Durch Stories, Highlights, Reels, Hashtags und Posts (am besten mehrmals in der Woche) soll der Bergwinkel auch überregional Bekanntheit erlangen.

Die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer haben dabei ganze Arbeit geleistet, die „oftmals sehr stressig war, aber im Nachhinein das Gefühl vermittelt, stolz auf sich selbst und die Gruppe zu sein”, so der Projektschüler Nils Weigand (Fachrichtung Praktische Informatik). Auch für seine Mitschülerin aus der Wirtschaftsabteilung, Viola Ciliku, stellte das Projekt einen Gewinn dar und dies in mehrfacher Hinsicht: „Am Anfang war ich unsicher, wegen meiner Deutschkenntnisse. Die Bewerbung um die Aufnahme ins Projektteam habe ich erst am letzten Tag weggeschickt. Die aktive Teilnahme hat mich sprachlich auf alle Fälle weitergebracht und war auch eine gute Erfahrung, wie man Motivationstiefs überwindet, denn in Italien, wo ich vorher zur Schule ging, dreht sich alles um Theorie. Auch die zweimalige Anfertigung des Flyers war eine Erfahrung wert”.

Die projektbetreuende Lehrkraft, Studienrat Christian Riek, betont ebenfalls die Bedeutung der Praxisorientierung bei Wirtschaft am Markt und teilt den eingangs formulierten Eindruck von Gerd Neumann: „Wie kann man in die Praxis umsetzen, was man in der Theorie gelernt hat? Das erfordert eine Menge Problemlösungskompetenz, die die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts definitiv erworben haben. Es war eine starke Truppe, ich bin einfach überwältigt.”

Oberstudienrat Richard Guth / Fotos: Annika Richter